Stand-Up-Paddling Rhein-Neckar: Die schönsten Seen im Vergleich
Ein warmes Sommerwochenende, das Board auf dem Autodach und die Frage: Welcher See soll es heute werden? Genau diese Entscheidung ist in der Rhein-Neckar-Region gar nicht so leicht. Zwischen Altrheinarmen, Baggerseen und weitläufigen Freizeitgewässern gibt es überraschend viele Möglichkeiten, aufs Wasser zu gehen. Doch nicht jeder Spot passt zu jedem Ausflug.
Manche Seen sind ideal, wenn du zum ersten Mal auf einem SUP stehst. Andere bieten stundenlange Touren oder sind genau richtig, wenn du einfach nur ein paar ruhige Bahnen ziehen möchtest. Wir haben uns die beliebtesten SUP-Spots der Region angesehen und zeigen dir, wo sich ein Ausflug wirklich lohnt – und für wen.
Die gute Nachricht: Für einen gelungenen SUP-Tag musst du nicht weit fahren
Viele verbinden Stand-Up-Paddling automatisch mit dem Bodensee oder den großen Seen in Bayern. Dabei liegen einige der schönsten Reviere direkt vor unserer Haustür. Rund um Mannheim, Heidelberg, Speyer und Hockenheim erreichst du innerhalb von 30 bis 40 Minuten gleich mehrere Gewässer, die sich hervorragend zum Paddeln eignen.
Der größte Unterschied liegt dabei nicht in der Wasserqualität oder der Landschaft, sondern darin, welches Erlebnis du suchst. Möchtest du zum ersten Mal aufs Board? Suchst du eine lange Tour? Oder willst du nach Feierabend einfach eine Stunde abschalten?
Der Kollersee bleibt die erste Adresse für Einsteiger
Wenn man sich in der Region nach dem besten SUP-Spot erkundigt, fällt ein Name fast immer zuerst: der Kollersee.
Das überrascht nicht. Der ehemalige Altrheinarm bei Brühl bietet genau die Bedingungen, die sich Anfänger wünschen. Das Wasser ist meist ruhig, die Ufer sind naturnah und durch die geschützte Lage entstehen selbst bei etwas Wind selten größere Wellen.
Ein weiterer Vorteil ist die Verleihstation Soulsurfin direkt am Inselcamping. Wer noch kein eigenes Board besitzt, kann hier unkompliziert eines mieten oder einen Einsteigerkurs besuchen. Dadurch eignet sich der Kollersee auch hervorragend für alle, die den Sport erst einmal ausprobieren möchten.
Natürlich ist der See längst kein Geheimtipp mehr. Gerade an heißen Wochenenden wird es rund um den Einstieg schnell voller. Auf dem Wasser verteilt sich der Betrieb jedoch meist besser als erwartet.
Wer mehr Platz möchte, wird am Erlichsee glücklich
Ganz anders präsentiert sich der Erlichsee bei Oberhausen-Rheinhausen. Hier wirkt alles etwas großzügiger.
Die Wasserfläche ist deutlich größer als am Kollersee und lädt dazu ein, längere Strecken zurückzulegen. Wer gerne eine Stunde oder länger unterwegs ist, fühlt sich hier schnell wohl. Eine komplette Runde um den See dauert – je nach Tempo – ungefähr zwei Stunden.
Dazu kommt ein Pluspunkt, den viele Besucher schätzen: Nach der Tour muss der Tag nicht sofort vorbei sein. Bei Aloha Erlichsee gibt es einen SUP-Verleih und eine Tiki-Bar direkt am Wasser. Gerade an lauen Sommerabenden entsteht hier eine Atmosphäre, die eher an Urlaub erinnert als an einen Badesee in der Rhein-Neckar-Region.
Der St. Leoner See punktet mit seiner Infrastruktur
Nicht jeder möchte sein Board aufblasen, einen Einstieg suchen und sich erst orientieren. Wer es unkompliziert mag, ist am St. Leoner See gut aufgehoben.
Die Freizeitanlage ist hervorragend organisiert. Besonders angenehm ist die Trennung zwischen Badebereich und Wassersportzone. Dadurch kommen sich Schwimmer und Stand-Up-Paddler kaum in die Quere.
Direkt am Ufer befindet sich außerdem das SURF + SUP Center, sodass auch spontane Ausflüge möglich sind. Zwar fällt für den Zugang zur Anlage Eintritt an, dafür profitieren Besucher von einer gepflegten Umgebung, Gastronomie und kurzen Wegen.
Für Familien oder Gruppen, bei denen nicht jeder paddeln möchte, ist das oft die praktischste Lösung.
Die Binsfeldseen sind etwas für alle, die ihr eigenes Board dabeihaben
Wer regelmäßig Stand-Up-Paddling fährt, landet früher oder später an den Binsfeldseen bei Speyer.
Hier geht es weniger um Infrastruktur als vielmehr um Freiheit. Das weitläufige Seen-Netz bietet viel Platz für ausgedehnte Touren und wirkt selbst an gut besuchten Tagen selten überlaufen. Statt einer klaren Runde gibt es verschiedene Bereiche zu entdecken, sodass jede Tour ein wenig anders ausfallen kann.
Besonders attraktiv ist der kostenlose Zugang am nördlichen Hauptstrand. Einen Verleih gibt es zwar nicht, dafür ist das Gebiet für Besitzer eines eigenen Boards eines der interessantesten Reviere der gesamten Region.
Es muss nicht immer der bekannteste See sein
Neben den großen Namen gibt es auch Gewässer, die oft etwas unter dem Radar fliegen.
Die Blaue Adria bei Altrip begeistert vor allem Naturfreunde. Mehrere miteinander verbundene Seen, Schilfgürtel und ruhige Uferabschnitte sorgen dafür, dass man schnell vergisst, wie nah eigentlich Mannheim und Ludwigshafen liegen.
Ähnlich entspannt geht es am Silbersee in Bobenheim-Roxheim zu. Während an den bekannten Badeseen im Hochsommer jeder Parkplatz belegt ist, findet man hier häufig deutlich mehr Ruhe. Wer einfach ohne großen Trubel aufs Wasser möchte, sollte diese beiden Seen durchaus auf dem Zettel haben.
Insider-Tipp der Redaktion
Wer den Kollersee oder den Erlichsee nur vom sonnigen Samstagnachmittag kennt, erlebt ein völlig anderes Gewässer als Frühaufsteher. Zwischen 7 und 9 Uhr liegt das Wasser häufig spiegelglatt, viele Badeste liegen noch leer und die Tierwelt ist deutlich aktiver. Gerade an windstillen Sommertagen entstehen dann Bedingungen, die sich perfekt für entspannte Touren oder schöne Fotos eignen.
Auch unter der Woche lohnt sich der Ausflug. Während an heißen Wochenenden die Parkplätze schnell voll werden, geht es montags bis donnerstags deutlich ruhiger zu. Wer flexibel ist, erlebt die schönsten SUP-Spots der Region oft fast für sich allein.
Ein paar Regeln machen den Unterschied
Stand-Up-Paddling ist unkompliziert – trotzdem lohnt sich ein kurzer Blick auf die wichtigsten Regeln.
Auf den meisten Baggerseen empfiehlt sich eine Leash, damit das Board nach einem Sturz nicht abtreibt. Auf dem Neckar gehört zusätzlich eine Schwimmweste zur Grundausstattung. Ebenso wichtig ist ein respektvoller Umgang mit der Natur. Schilfgürtel und Brutgebiete sind Rückzugsorte vieler Wasservögel und sollten nicht befahren werden. Auch Angelplätze verdienen ausreichend Abstand. In ausgewiesenen Badezonen haben SUP-Boards dagegen nichts verloren.
Mit ein wenig Rücksicht bleibt das Naturerlebnis für alle erhalten.
Unser Tipp für deinen nächsten SUP-Ausflug
Wenn du zum ersten Mal auf einem Board stehst, machst du mit dem Kollersee oder dem St. Leoner See nichts falsch. Beide Gewässer bieten ruhige Bedingungen und einen Verleih direkt vor Ort.
Suchst du dagegen möglichst viel Platz für längere Touren, sind der Erlichsee und die Binsfeldseen die bessere Wahl. Wer lieber abseits der bekannten Hotspots unterwegs ist, sollte der Blauen Adria oder dem Silbersee eine Chance geben.
Das Schöne an der Rhein-Neckar-Region ist, dass du dich gar nicht auf einen Lieblingssee festlegen musst. Jeder Spot hat seinen eigenen Charakter – und genau das macht Stand-Up-Paddling hier so abwechslungsreich. Manchmal reicht schon eine halbe Stunde Autofahrt, um das Gefühl zu haben, für einen Tag im Urlaub zu sein.
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